Gelöschte Szene/ Happy Birthday Ungewollt Gefangen (1Jahr Special)

"Warum sind wir in einem Park?", fragte ich verwirrt und zog die Stirn kraus. Ich blickte zu Riyad, der nur geheimnisvoll lächelte. "Wolltest du mir etwa einen schneebedeckten Park zeigen? Wow, Riyad, wirklich, ich bin begei—"  


Plötzlich klatschte mir eine Ladung kalter Schnee ins Gesicht. Ich keuchte überrascht auf, spürte, wie die eisigen Flocken auf meiner Haut schmolzen und einen prickelnden Schauer hinterließen. Für einen Moment war ich sprachlos. Hatte er mich gerade ernsthaft abgeworfen?  


Langsam wischte ich mir den Schnee aus dem Gesicht und funkelte ihn böse an. "Hast du etwa—"  


Noch bevor ich meinen Satz beenden konnte, traf mich ein zweiter Schneeball mitten auf die Nase. Ich japste empört und stolperte einen Schritt zurück, während Riyad lauthals lachte. Frech streckte er mir die Zunge raus, seine hellbraunen Augen funkelten vor Belustigung.  


"Riyad!", rief ich entrüstet, doch ich konnte mein eigenes Grinsen nicht verbergen.  


Mein Herz pochte wild, als ich auf ihn zustürmte. Er wich meinem ersten Angriff geschickt aus, genauso dem zweiten und dritten. Erst beim vierten Versuch gelang es mir, ihn kräftig gegen die Brust zu schubsen, sodass er leicht ins Straucheln geriet. Er war so verdammt stabil – als wäre er aus Stein gemeißelt.  


"Ha!", rief ich triumphierend und streckte ihm dieses Mal selbst die Zunge raus. Doch als ich sah, wie er sich mit einem spielerischen Funkeln in den Augen auf mich zubewegte, drehte ich mich hastig um und rannte los.  


"Das kriegst du zurück, Bara!", schrie er hinter mir her.  


"Fang mich doch!", rief ich kichernd über meine Schulter.  


Der Schnee knirschte unter meinen Stiefeln, während ich durch den Park lief. Eiskalte Luft brannte in meiner Lunge, mein Atem kam in weißen Wölkchen aus meinem Mund. Ich versuchte schneller zu werden, doch Riyad war verdammt schnell. Zu schnell. Ich hörte seine Schritte immer näher kommen, sein keuchendes Lachen mischte sich mit meinem eigenen.  


Mit jeder Sekunde wurde meine Kraft weniger. Meine Beine fühlten sich schwer an, mein Lachen raubte mir den letzten Atem. Als ich stolperte und für einen Moment anhielt, um meine Mütze zu richten, wusste ich – das war mein Fehler.  


Denn kaum hatte ich den Kopf gehoben, sah ich, wie Riyad bereits vor mir stand. Sein freches Grinsen ließ mein Herz stolpern. Langsam, fast genüsslich, knetete er den Schnee zu einem Ball, seine Finger formten ihn mit geübter Leichtigkeit.  


"Nein, nein, nein—", begann ich protestierend und hob abwehrend die Hände, doch es war zu spät.  


Der Schneeball traf mich direkt auf die Stirn. Ich quietschte auf, während kalte Flocken über mein Gesicht rieselten. Lachen schüttelte meinen Körper, aber ich konnte nicht anders, als ihn wütend anzustarren.  


"Riyad!", rief ich erneut, dieses Mal mit einem vorgetäuschten Schmollen.  


Doch als ich wieder zu ihm aufblickte, erstarrte ich kurz. Er stand nur wenige Schritte entfernt, sein Atem dampfte in der kalten Luft. Seine Augen – diese warmen, leuchtenden, hellbraunen Augen – sahen mich direkt an. Für einen Moment vergaß ich die Kälte, den Schnee, das Spiel.  


Ohne weiter nachzudenken, trat ich auf ihn zu und schlang meine Arme um ihn.  


Ich spürte, wie sein Körper für einen Sekundenbruchteil stockte, als wäre er überrascht. Doch dann legte er seine Arme um mich, fest, schützend, warm. Mein Gesicht schmiegte sich gegen seinen Brustkorb, sein Herzschlag klang beruhigend und vertraut in meinen Ohren. Sanft drückte er mir einen Kuss auf den Kopf, und ich schloss die Augen, ließ mich einfach in diesen Moment fallen.  


Wir blieben so stehen, während leise Schneeflocken um uns herabfielen, als hätte die Welt um uns herum für einen Moment angehalten.  


Doch dann – ein plötzlicher Ruck. Ein ungeschickter Schritt.  


"Ah—!"  


Bevor ich realisieren konnte, was passierte, rutschten wir beide aus. Ich spürte, wie der Boden unter mir verschwand, mein Magen machte einen kleinen Sprung – dann landeten wir gemeinsam im Schnee.  


Einen Moment lang lag ich einfach nur da, blinzelte in den grauen Himmel, bis ich das tiefe, warme Lachen hörte. Ich drehte den Kopf und sah Riyad an, der ebenfalls im Schnee lag, seine Brust bebte vor Lachen. Seine Wangen waren vor Kälte gerötet, kleine Schneeflocken verhedderten sich in seinen dunklen Haaren.  


Ein leises Lächeln stahl sich auf meine Lippen.  


Ja. Ich hatte mich Hals über Kopf in ihn verliebt.  


Und ich wollte nie wieder damit aufhören.  

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